Ausschnitt aus der Jubiläumsschrift 1979
"Am Abend des 28. Novembers 1929 versammelten sich in der Gaststube des Hotels Seehof bei Herrn Trutmann etwa 20 skibegeisterte Mannen. In ihrem Sinne lag, alle gleichgesinnten Kameraden in der Ortschaft Küssnacht und Umgebung zu vereinen." So beginnt die Vereinschronik mit einem Bericht des ersten Aktuars des Skiclub Küssnacht, J. Muheim, über die Initialversammlung, an der die Einberufung der Gründungsversammlung auf den 8. Dezember 1929 beschlossen wurde. Der Geburtsstunde des Skiclubs Küssnacht standen schliesslich 35 Aktive, worunter 6 Damen, zu Gevatter und einhellig erkoren sie Jos. Bieri zum 1. Präsidenten.
In den Gründungsstatuten sah man als Zweck des neugeborenen Vereins die Hebung und Förderung des Skisports, sowie die Pflege der Kameradschaft. Bis zum heutigen Tag hat sich nichts geändert in dieser Hinsicht, steht doch in den mehrmals revidierten Statuten in Artikel 2 zu lesen, dass der Skiclub bezwecke, durch Zusammenschluss der Skifahrer den Skisport zu fördern, Kameradschaft zu pflegen und die körperliche Ertüchtigung zu heben. Diese letztere neu hinzugekommene Zielsetzung scheint mir bezeichnend zu sein für die innert den vergangenen 50 Jahren grundlegend veränderten Verhältnisse, v.a. auf dem Gebiete der Technik und die dadurch bedingten neuen Bedürfnisse, nicht zuletzt den Skisport betreffend. Warum wohl hat man vor 50 Jahren die körperliche Ertüchtigung nicht zu seinem Leitmotiv des Zusammenschlusses der Skibegeisterten erhoben! Kurzum, man kam gar nicht auf die Idee; Skilifte gab es noch nicht und die Motorisierung war nur eine Sache weniger Wohlhabender zu jener Zeit der Wirtschaftskrise. Gross in Mode waren dafür Touren. Nicht nur das Titlis- oder Brisengebiet, auch das Gotthardmassiv mit den obersten Tessineralpen waren begehrtes Ziel der Skiclübler, worüber ein Clubalbum aus den Gründungsjahren zu berichten weiss. Aber auch der alpine Skisportler kam im Skiclub nie zu kurz.
Bereits im ersten Vereinsjahr wurde getreu der Zielsetzung eine Tradition eingeleitet der Organisation des ersten Club-Rennens auf der Seebodenalp. Gekämpft um Meisterehren wurde in so spektakulären Disziplinen wie Stafetten- und Abfahrtslauf und dem obligaten Fassdubelirennen. Die ersten Meistertitel des Skiclubs Küssnacht errangen:
Volkert Fritz
Niederberger Walter im Fassdubelirennen
Rüegg Max im Juniorenrennen
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Damals war es eine Selbstverständlichkeit, mit geschulterten Skiern auf Seebodens Höhen zu stampfen und im Wettkampfgelände den Stangenwald sich hinauftändelnd einzuprägen.
Um auch der zweiten Vereinsmaxime, der Pflege der Kameradschaft vermehrt Beachtung zu schenken, bemühte sich der Vorstand des Jahres 1935 unter der Leitung von Zahnarzt G. Siegrist erfolgreich, die Holderenhütte als Winterquartier dem Skiclub dienstbar zu machen. Bis in die heutige Zeit hinein gelang es den jeweiligen Clubverantwortlichen, die für das Clubleben und den Skisport auf Seeboden ganz allgemein nicht mehr wegzudenkende Clubhütte seinen Mitgliedern zur Verfügung zu stellen. Für einige Jahre verlegte man das Clubleben in auswärtige Skihütten, auf die Schwändi und in die Sandhütte auf der Rigi. Für den Skiclub bedeuteten diese Stationen jedoch zuweilen nur Übergangslösungen, denn immer wieder zeigte sich das Bedürfnis, auf dem Küssnachter Hausberg, der Seebodenalp, das Zentrum der Vereinsaktivitäten und damit auch die Clubhütte zu erhalten. Besonderen Dank gebührt an dieser Stelle der Korporation Berg- und Seebodenalp, die uns in zuvorkommender Weise jeden Winter die Benützung der Holdernhütte ermöglicht.
Zurück in die dreissiger Jahren. Hier wurzelten die Bestrebungen, mit den Sportvereinen aus den Nachbarngemeinden, insbesondere mit den Skiclubs von Meggen, Ebikon und Root, alljährlich gemeinsame Wettkämpfe am Rigihang durchzuführen. Mit dem jähen Ende des zweiten Weltkrieges lockerten sich diese freundschaftlichen Bande allmählich. Danach war ein Bedürfnis nach solchen freundnachbarlichen Kräftemessen nicht mehr aktuell, angesichts der immer mehr überhandnehmenden regionalen und nationalen Skianlässe.
Eine epochale Wende für den Skiclub Küssnacht bedeutete die Inbetriebnahme der Luftseilbahn Küssnacht-Seebodenalp und des Skilifts auf der Wisifluh. Das Zeitalter des bequemen Pistenfahrens hielt hielt auch bei uns Einzug, Auf diesem Hintergrund ist es selbstverständlich, dass bald einmal ein neuer Vereinszweck, jener der körperlichen Ertüchtigung, in seinem Weg in die Statuten fand. Mit dem Aufkommen des modernen alpinen Skilaufs kam auch die Zeit der sich stetig ändernden Skitechniken.
Der Skiclub hat auf Grund des wachsenden Bedürfnisses weiter Kreise von Skisportfreunden, die Skitechniken unter gewiegter Anleitung erlernen zu können, zu Beginn der 60-iger Jahre unter der initiativen Leitung des damaligen Rennchefs, Karl Müller, die Skiclub-Skischule ins Leben gerufen, die alljährlich weit herum Zuspruch und Anerkennung findet.
Zur allgemeinen körperlichen Ertüchtigung und speziell als Vorbereitung für die jeweils langersehnte erste Schussfahrt im Pulverschnee organisiert der Skiclub seit Jahren im Vorwinter Skigymnastikkurse und für die Jugendlichen die J + S -Kursealpin und nordisch.
Trotz des Überhandnehmens des Pistenfahrens hielt das Tourenwesen innerhalb des Skiclubs seinen Platz. Dies bis zum dunklen Schicksalsschlag vom 12. April 1964, als auf einer Clubskitour im Fellital, Kanton Uri , auf tragische Weise die uns unvergessenen Clubmitglieder Elsa Lottenbach-Schuler mit 32 Jahren, Ursula Grüebler (33) aus Kriens, Candid von Büren (26) und Ernst Mennel (30) vom grausamen weissen Tod von uns entrissen wurden. Diese unergründliche Fügung Gottes bleibt als Schatten über unsere Clubgeschichte haften .
An den Ereignissen und sportlichen Leistungen gäbe es unzähliges aus den Annalen des Skiclubs auszugraben. Dieser Zwischenhalt nach 50 Jahren hatte nicht zum Zweck, die Aktivitäten des Skiclubs in einer Gesamtschau chronologisch bis auf den heutigen Tagpassieren zu lassen.
Der Sinn dieser Aufzeichnung lag vielmehr darin, Bedeutung und Daseinsberechtigung des Skiclubs anhand einiger ausgewählter Stellen der Vereinschronik zu demonstrieren und an den vor 50 Jahren festgelegten Vereinszielen zu messen.
Felix Barmettler
Aktuar
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